Oralchirurgie

Weisheitszahn-OP

Informationen zu Gründen, Ablauf und Nachsorge

Die ambulante Weisheitszahn-OP ist ein häufiger zahnmedizinischer Eingriff, der dank moderner Verfahren wie Lasertherapie und Piezochirurgie schonend durchgeführt werden kann. Die Weisheitszähne ziehen zu lassen kann aufgrund akuter Schmerzen notwendig oder vorbeugend sinnvoll sein. Erfahren Sie im Folgenden alles zu den Gründen für eine Weisheitszahn-OP, dem Ablauf und der Nachsorge.

Warum haben wir Weisheitszähne?

Die Weisheitszähne sind ein Überbleibsel aus einer Zeit, in der unsere Vorfahren größere Kiefer hatten und diese Zähne zum Kauen benötigten. Im Laufe der Evolution hat sich der menschliche Kiefer allerdings verkleinert, weshalb heute oftmals nicht mehr ausreichend Platz im Mundraum besteht, um die Weisheitszähne störungsfrei herauswachsen zu lassen. Vorhandene Weisheitszähne können verschiedene Probleme verursachen, lebenslange Beschwerdefreiheit ist allerdings ebenfalls möglich.

Unter welchen Umständen sollten sich Patienten ihre Weisheitszähne ziehen lassen?

Fehlentwickelte Weisheitszähne sind sehr verbreitet. Häufig brechen diese nicht vollständig durch, wachsen schief und üben Druck auf die Nachbarzähne aus. Zahnfleischentzündungen oder eine Parodontitis gehören zu den möglichen Folgen. Wichtige Gründe für eine Weisheitszahn-OP, d. h. das Entfernen der Weisheitszähne sind:

 

  • akute Zahnschmerzen an einem sichtbaren Weisheitszahn durch starken Kariesbefall
  • Platzmangel, d. h. das Risiko, dass Nachbarzähne in ihrer Entwicklung gestört werden
  • schief wachsende oder verdrehte Weisheitszähne, die auf Nachbarzähne drücken, eine Gebissverschiebung auslösen und benachbarte Zahnwurzeln beschädigen können
  • Anomalien der Form oder Wurzelbildung, die Schmerzen, Entzündungen und weiteren Beschwerden auslösen können
  • Eiteransammlungen oder Zysten rund um die Weisheitszähne
  • eine geplante kieferorthopädische Behandlung zur Begradigung der Zähne, die aufgrund der Weisheitszähne nicht möglich ist
  • einseitiges Durchbrechen der Zähne (nur im Ober- oder Unterkiefer), fehlende Gegenspieler bringen das Kausystem aus der Balance

Akute Schmerzen

Bei akuten Beschwerden wie Zahnschmerzen stellt das Ziehen der störenden Weisheitszähne die Schmerzfreiheit wieder her und schützt je nach Fall vor Folgebeschwerden. Betroffene sollten unter diesen Umständen natürlich sofort einen Termin vereinbaren, damit der/die Zahnarzt/Zahnärztin nach eingehender Untersuchung gegebenenfalls den Weisheitszahn bzw. die Weisheitszähne entfernen kann.

Vorbeugend nach Risikoabschätzung

Oft treten Beschwerden erst später auf, die Wahrscheinlichkeit für Probleme mit den Weisheitszähnen ist grundsätzlich hoch. Sie wachsen in vielen Fällen schief und können eine Verschiebung der Zahnreihen im Kiefer verursachen oder verbleiben komplett im Kiefer und überlagern durch die Fehllage benachbarte Zähne. Das hat Beschwerden und Entzündungen zur Folge. Daher ist das präventive Entfernen der Weisheitszähne im Rahmen einer Weisheitszahn-OP bei gegebenem Risiko sinnvoll und empfohlen.

 

Der/die Zahnarzt/Zahnärztin führt eine Risikoanalyse durch, um sicherzustellen, dass sich alle Zähne ordnungsgemäß entwickeln können und auch in Zukunft keine Beschwerden zu erwarten sind. Röntgenbilder helfen dabei, die Lage, die Größe und die Entwicklung der Weisheitszähne über die Jahre zu kontrollieren und das Risiko für spätere Gesundheitsbeschwerden abzuschätzen. Bei hohem Risiko muss eine Entfernung der Weisheitszähne erfolgen.

Wann ist der beste Zeitpunkt für die Weisheitszahn-OP?

Wenn die Behandlung vorbeugend sinnvoll ist, sollten Betroffene zeitnah einen Zahnarzttermin vereinbaren, um sich die Weisheitszähne ziehen zu lassen. In der Regel erfolgt die Operation bereits im Alter zwischen 14 und 20 Jahren. Der Grund: Die Zahnwurzeln haben sich vor dem 25. Lebensjahr meist noch nicht komplett entwickelt, die Weisheitszahn-OP ist deshalb in jungen Jahren weniger aufwendig.

Info

Platzmangel sowie schief wachsende, verdrehte oder nur im Ober- bzw. Unterkiefer durchgebrochene Weisheitszähne können u. a. eine Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) auslösen und weitreichende, gesundheitliche Beschwerde verursachen.

Ablauf der Weisheitszahn-OP

Vor der Operation zeigt ein Röntgenbild die Lage der Zähne, ein hochmodernes DVT-Röntgenbild in 3D stellt die Lagebeziehung zwischen den Zahnwurzeln und dem Zahnnerv übersichtlich dar. Die Bilder ermöglichen die präzise Verlaufsanalyse der Nervenbahnen. Sie dienen der Operationsplanung und minimieren das Risiko von Problemen durch Blutungen oder ähnliches.

 

Bereits durchgebrochene Weisheitszähne lassen sich meist unkompliziert ambulant ziehen. Bei noch nicht durchgewachsenen Zähnen müssen Schleimhaut und Knochen abgetragen werden, um die Weisheitszähne entfernen zu können. Der Ablauf der Weisheitszahn-OP:

 

  1. Die Anästhesie erfolgt durch lokale Betäubung, Vollnarkose oder Sedierung.
  2. Der zu behandelnde Bereich wird sterilisiert.
  3. Bei einem nicht durchgebrochenen Weisheitszahn muss der/die Zahnarzt/Zahnärztin das Zahnfleisch öffnen.
  4. Die klassische Methode: Gegebenenfalls bohrt der/die Kieferorthopäde/Kieferorthopädin einen Zugang zum Zahn und legt die Zahnkrone frei, teilt den Weisheitszahn chirurgisch und entnimmt dann die Einzelteile. Die moderne und schonende Methode: Das Areal wird mit einem Laser geöffnet, der Knochen mithilfe der Piezochirurgie abgetragen und der Zahn geteilt.
  5. Anschließend folgt die erneute Sterilisation des behandelten Gebiets, das Zuklappen des Zahnfleischs und das Vernähen der Wunde.

Vorteile der Lasertherapie bei der Weisheitszahn-Entfernung

Der Laser sterilisiert den behandelten Bereich vor und nach der Weisheitszahn-OP. Das minimiert das Infektionsrisiko, beschleunigt die Wundheilung und den Heilungsprozess.

Vorteile der Piezochirurgie beim Entfernen von Weisheitszähnen

Die ultraschallbasierte Methode der Piezochirurgie eignet sich hervorragend zum Schneiden und Abtragen von Knochen und somit für die schonende Behandlung. Der Eingriff ist schonender, sicherer und verletzt das umgebende Gewebe nicht.

Hinweis für Schmerz- und Angstpatienten

Wenn Sie einen Weisheitszahn ziehen lassen, erfolgt die Operation in der Regel unter örtlicher Betäubung. Allerdings kann die Weisheitszahnextraktion je nach Fall und auf Wunsch auch unter Sedierung oder Vollnarkose stattfinden.

Nach der Weisheitszahn-OP: Tipps zum Verhalten

Nach der Weisheitszahn-OP ist die Schwellung dank der modernen Operationsverfahren gering und die Wunde heilt schneller. Schonen Sie sich für ein paar Tage, damit der Heilungsprozess optimal verläuft und es nicht zu Komplikationen kommt. Die folgenden Tipps für das Verhalten nach der Weisheitszahn-OP fördern die Wundheilung und Beschwerdefreiheit.

 

  • Gegen die Schwellung hilft die äußerliche Anwendung von Kühlpads, Kühlkissen oder Kühlkompressen. Wickeln Sie die Kühlpads in ein Tuch ein, damit die Haut nicht unterkühlt. Zur Kühlung von Innen können Sie Eiswürfel lutschen.
  • Für eine geringere Schwellung sollten Sie Oberkörper und Kopf nach der Weisheitszahn-OP erhöht lagern – auch
  • Spülen Sie den Mund mehrmals am Tag mit einer Mundspülung aus.
  • In den ersten zwei Tagen nach der Weisheitszahn-OP müssen Sie auf Alkohol, Kaffee und Zigaretten verzichten.
  • Vermeiden Sie für einige Tage körperliche Anstrengungen, um Ihren Blutdruck nicht unnötig zu erhöhen und Nachblutungen zu vermeiden. Treiben Sie in den ersten 14 Tagen keinen Sport. Brechen Sie körperliche Aktivitäten sofort ab, wenn die Wunde dadurch pocht oder schmerzt.
  • Warten Sie mindestens zwei Wochen mit dem nächsten Saunabesuch.
  • Treten Sie in den zwei Wochen nach der Weisheitszahn-OP keine Flugreise an, da die beim Fliegen entstehenden Druckunterschiede schlecht für die Wundheilung sind.

Tipps zur Ernährung nach der Weisheitszahn-OP

  • Essen Sie erst etwas, wenn die Betäubung abgeklungen ist.
  • Während die Wunde verheilt, sollten Sie nur weiche Nahrung zu sich nehmen, Suppen eignen sich gut.
  • Verzichten Sie auf scharfe und sehr heiße Gerichte, da diese die Durchblutung zu stark anregen.
  • Essen Sie für einige Tage kein Brot und andere Speisen, deren Krümmel bzw. Reste in die Wunde kommen können.

FAQ – Häufige Fragen zum Thema Weisheitszähne ziehen

Wie lange dauern die Schmerzen nach einer Weisheitszahn-OP an?

Dank der modernen Behandlungsmethode mit Piezochirurgie verspüren die meisten Patientinnen und Patienten während des Eingriffs und danach keine nennenswerten Schmerzen. Die eventuellen, leichten Schmerzen durch die Schwellung und Wundheilung klingen meist innerhalb von sieben Tagen ab.

Wie lange dauert die Heilung nach einer Weisheitszahn-OP?

Die Dauer der Wundheilung hängt von vielen Faktoren ab. Unter anderem davon, wie viele Weisheitszähne gezogen wurden, ob Betroffene sich nach der OP ausreichend schonen und ob gut gekühlt wurde. Nach der Weisheitszahn-OP können Schwellungen auftreten, die nach etwa einer Woche zurückgehen. Insgesamt kann es zwei Wochen dauern bis das Zahnfleisch verheilt ist und acht Wochen bis sich neues Gewebe und neuer Knochen gebildet hat.

Welche Risiken gibt es, wenn ich meine Weisheitszähne ziehen lasse?

Ein Risiko der Weisheitszahn-OP kann die verzögerte Wundheilung sein. Nach dem Ziehen der oberen Weisheitszähne tritt in der Regel keine Störung der Wundheilung auf, bei den unteren Zähnen kann diese in Einzelfällen jedoch verzögert ablaufen. Je nach Position, Lage und Wurzelausbildung sind unter anderem zudem Nachblutungen möglich.

Welche Vorteile bieten gesunde Weisheitszähne?

Weisheitszähne entsprechen in der Form den großen Backenzähnen, werden jedoch zum Kauen eigentlich nicht benötigt. Gesunde Weisheitszähne können nützlich sein, zum Beispiel um daran später eine Brücke zu befestigen. Eine präventive Entfernung unproblematischer Weisheitszähne findet daher nicht statt. Im Rahmen einer regelmäßigen, zahnärztlichen Kontrolluntersuchung kann beurteilt werden, ob aktuell beschwerdefreie Weisheitszähne in Zukunft tendenziell Probleme bereiten könnten.

Inhalt
Warum haben wir Weisheitszähne?
Wann Weisheitszähne ziehen lassen?
Ablauf der Weisheitszahn-OP
Nach der Weisheitszahn-OP
FAQ