Zahnfleischrückgang, fachsprachlich Gingivarezession genannt, beschreibt das Zurückweichen des Zahnfleischsaums, wodurch die empfindlichen Zahnhälse freiliegen. Die Ursachen reichen von falscher Putztechnik über Parodontitis bis hin zu genetischer Veranlagung, und je nach Auslöser unterscheiden sich auch die Möglichkeiten, den Rückgang zu stoppen. Erfahren Sie hier alles Wichtige über Zahnfleischrückgang!
Zahnfleischrückgang bezeichnet das Zurückweichen des Zahnfleischrandes, sodass die Zahnwurzel teilweise sichtbar und ungeschützt wird. Da der Zahnschmelz nur die Zahnkrone bedeckt, liegt an den betroffenen Stellen das empfindlichere Wurzeldentin frei. Das kann sich unter anderem durch eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Kälte oder Süßem bemerkbar machen.
Ein leichter Rückgang betrifft häufig nur einzelne Zähne, während ein fortgeschrittener Rückgang mehrere Zähne und größere Bereiche des Zahnfleischs erfassen kann. Anders als etwa eine akute Zahnfleischentzündung verläuft der Rückgang meist schleichend über Monate oder Jahre. Viele Betroffene bemerken die Veränderung deshalb erst, wenn die Zahnhälse bereits deutlich sichtbar sind.
Zahnfleischrückgang kann durch mechanische Reize, entzündliche Prozesse oder individuelle Veranlagung entstehen. Häufig wirken mehrere Faktoren zusammen:
Typische Anzeichen sind freiliegende Zahnhälse, die sich heller als der übrige Zahn zeigen, sowie Zähne, die optisch länger wirken. Weitere mögliche Hinweise sind eine erhöhte Empfindlichkeit auf Kälte, Wärme oder Süßes sowie sichtbare kleine Dreieckslücken zwischen den Zähnen im Bereich des Zahnfleischsaums. Auch Blutungen beim Zähneputzen, bei der Verwendung von Zahnseide oder beim Essen von harten Lebensmitteln sind Symptome, die Sie ernst nehmen sollten.
Da diese Anzeichen zu Beginn oft nur schwach ausgeprägt sind, fallen sie im Alltag leicht nicht auf. Eine regelmäßige zahnärztliche Kontrolle hilft dabei, solche Veränderungen frühzeitig einzuordnen.
Die Behandlung richtet sich zunächst nach der Ursache. Bei uns beginnt sie deshalb mit einer gründlichen Untersuchung, um herauszufinden, was den Rückgang ausgelöst hat.
Liegt die Ursache in der Putztechnik, passen wir diese gemeinsam mit Ihnen an und empfehlen gegebenenfalls eine weichere Zahnbürste. Steht eine Parodontitis dahinter, behandeln wir zunächst die zugrunde liegende Entzündung – weiterführende Informationen zu Parodontitis finden Sie bei der Deutschen Gesellschaft für Parodontologie unter https://dgparo.de/gesund-im-mund/parodontitis/.
Bei Bruxismus kann eine individuell angefertigte Aufbissschiene sinnvoll sein. Auch kieferorthopädische Ursachen werden nach Möglichkeit gemeinsam mit den behandelnden Fachkolleg:innen abgeklärt.
In ausgeprägten Fällen, etwa bei ästhetischer Beeinträchtigung oder freiliegenden Zahnhälsen mit starker Empfindlichkeit, kommt auch ein chirurgischer Eingriff infrage, bei dem körpereigenes Gewebe zur Deckung der betroffenen Stelle verwendet wird.
Welche Schritte in Ihrem Fall sinnvoll sind, besprechen wir ausführlich mit Ihnen, bevor wir mit der eigentlichen Behandlung beginnen. So wissen Sie jederzeit, was Sie erwartet und warum welche Maßnahme gewählt wird.
Einmal zurückgegangenes Zahnfleisch bildet sich nicht von selbst wieder zurück. Ob und wie sich die betroffene Stelle decken lässt, hängt vom Einzelfall ab und wird individuell mit Ihnen besprochen.
Ist der Zahnfleischrückgang Folge einer medizinisch notwendigen Behandlung, etwa einer Parodontitistherapie, übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung in der Regel die entsprechenden Leistungen im Rahmen der geltenden Richtlinien.
Rein ästhetisch motivierte Eingriffe, etwa eine chirurgische Rezessionsdeckung ohne medizinische Indikation, werden hingegen üblicherweise privat abgerechnet. Wir erstellen Ihnen vorab einen individuellen Kostenvoranschlag, damit Sie genau wissen, womit Sie rechnen können. So können Sie in Ruhe entscheiden, welche Option für Sie infrage kommt.
Ein Großteil der Risikofaktoren lässt sich durch die richtige Pflege und regelmäßige Kontrolle beeinflussen. Kleine Anpassungen im Alltag machen dabei oft schon einen spürbaren Unterschied.
Bemerken Sie freiliegende Zahnhälse oder empfindliche Zähne? In unseren Praxen in Berlin und Potsdam finden wir gemeinsam mit Ihnen die Ursache und besprechen die für Sie passenden nächsten Schritte.