Zahnerhalt bedeutet, einen geschädigten Zahn mithilfe gezielter Behandlungen zu retten, anstatt ihn zu entfernen.
Ob sich der Erhalt im Einzelfall lohnt, hängt vom Zustand des Zahnes, der Wurzel und des umliegenden Gewebes ab – eine pauschale Antwort gibt es dabei nicht.
Erfahren Sie hier alles Wichtige über Zahnerhalt!
Zahnerhalt umfasst alle zahnärztlichen Maßnahmen, die darauf abzielen, einen erkrankten oder geschädigten Zahn in der Mundhöhle zu belassen, anstatt ihn zu ziehen.
Dazu zählen unter anderem die Behandlung von Karies, Wurzelkanalbehandlungen bei entzündetem Zahnnerv sowie parodontologische Maßnahmen bei fortgeschrittenem Zahnfleischrückgang.
Der eigene Zahn hat gegenüber jeder Ersatzlösung einen entscheidenden Vorteil: Er sitzt fest im Kieferknochen verankert und überträgt Kaukräfte auf natürliche Weise. Genau deshalb wird in der Zahnmedizin grundsätzlich geprüft, ob ein Erhalt möglich ist, bevor eine Entfernung erwogen wird.
Je nach Ursache der Schädigung kommen unterschiedliche Behandlungsansätze infrage:
Ob ein Zahnerhalt sinnvoll ist, hängt von mehreren Faktoren ab, die wir bei der Untersuchung gemeinsam betrachten.
Dazu zählen der Zustand der Zahnwurzel, das Ausmaß des Knochenverlusts, die Stabilität des Zahnes sowie die Frage, ob sich der Zahn nach der Behandlung wieder normal belasten lässt. Auch die individuelle Mundhygiene und allgemeine gesundheitliche Voraussetzungen spielen eine Rolle.
Wir wägen gemeinsam mit Ihnen ab, ob die Erfolgsaussichten einer Erhaltungsbehandlung den damit verbundenen Aufwand rechtfertigen, oder ob eine andere Versorgung im Einzelfall die verlässlichere Option darstellt.
Grundlage ist die Untersuchung
Röntgenbild, Vitalitätstest (Prüfung, ob der Zahnnerv noch reagiert) und die Messung der Zahnfleischtaschen zeigen, in welchem Zustand Zahn, Wurzel und Kieferknochen sind. Darauf bauen die folgenden vier Fragen auf.
Ist die Zahnwurzel unversehrt?
Entscheidend ist, ob die Wurzel frei von Rissen ist, die bis in die Tiefe reichen.
Ja
Weiter zu Frage 2.
Nein
Ein Längsbruch der Wurzel lässt sich in der Regel nicht dauerhaft versorgen. Meist ist es dann sinnvoller, den Zahn zu entfernen und die Lücke zu schließen.
Ist genug gesunde Zahnsubstanz vorhanden?
Eine Füllung oder Krone braucht festen Halt. Reicht ein Defekt weit unter das Zahnfleisch, fehlt dieser Halt oft.
Ja
Weiter zu Frage 3.
Nein
Manchmal lässt sich mehr Zahnsubstanz freilegen, etwa durch eine chirurgische Kronenverlängerung. Ist das nicht möglich, ist ein Erhalt selten aussichtsreich.
Ist der Zahnhalteapparat stabil genug?
Gemeint sind Kieferknochen und Zahnfleisch, die den Zahn verankern. Wichtig sind der Knochenabbau und wie locker der Zahn ist.
Ja
Weiter zu Frage 4.
Nein
Eine Parodontitisbehandlung kann den weiteren Knochenabbau bremsen. Bei weit fortgeschrittenem Knochenverlust und starker Lockerung ist die Prognose meist ungünstig.
Lässt sich das Zahninnere bei Bedarf behandeln?
Ist der Zahnnerv entzündet oder abgestorben, kann eine Wurzelkanalbehandlung den Zahn in vielen Fällen erhalten. Voraussetzung ist, dass die Wurzelkanäle zugänglich sind.
Ja
Weiter zur Einschätzung.
Nein
Bei stark gekrümmten oder verschlossenen Kanälen kann eine Wurzelspitzenresektion (Entfernung der Wurzelspitze über einen kleinen Eingriff) eine Alternative sein.
Viermal Ja
Der Zahnerhalt ist in der Regel sinnvoll
Ein erhaltener Zahn kann dazu beitragen, dass der Kieferknochen an dieser Stelle bestehen bleibt. Die Nachbarzähne müssen nicht für einen Ersatz beschliffen werden.
Mindestens ein Nein
Abwägung im Einzelfall
Ein Erhalt ist dann schwieriger, aber nicht immer ausgeschlossen. Aufwand und Aussicht auf Erfolg werden sorgfältig gegeneinander abgewogen, oft ist ein Ersatz wie Implantat oder Brücke die verlässlichere Lösung.
Was außerdem in die Entscheidung einfließt
Diese Übersicht dient der Orientierung und ersetzt keine Untersuchung. Ob ein Zahn erhalten werden kann, besprechen Sie nach dem Befund gemeinsam mit Ihrer Zahnärztin oder Ihrem Zahnarzt.
Der eigene Zahn übernimmt seine Funktion beim Kauen in der Regel weiterhin zuverlässig und erhält zugleich die natürliche Zahnstellung sowie den umliegenden Kieferknochen.
Eine Zahnentfernung zieht dagegen häufig weitere Behandlungsschritte nach sich, etwa eine Versorgung mit Implantat, Brücke oder Prothese, um die entstandene Lücke zu schließen.
Diese Folgebehandlungen bedeuten in der Regel einen höheren Aufwand und zusätzliche Kosten im Vergleich zum Erhalt des ursprünglichen Zahnes.
Nicht jeder Zahn lässt sich erhalten. Ist die Zahnwurzel gebrochen, der Knochenabbau weit fortgeschritten oder der Zahn nicht mehr ausreichend stabil, kann eine Entfernung im Vergleich zu einer aufwendigen, unsicheren Erhaltungstherapie die verlässlichere Lösung sein.
Am Anfang steht bei uns eine gründliche Untersuchung, häufig ergänzt durch eine Röntgenaufnahme, um den Zustand von Zahn, Wurzel und umliegendem Gewebe genau einzuschätzen.
Auf dieser Grundlage besprechen wir mit Ihnen, welche Erhaltungsmaßnahme infrage kommt und mit welchen Erfolgsaussichten realistisch zu rechnen ist. So können Sie eine informierte Entscheidung treffen, bevor die eigentliche Behandlung beginnt.
Medizinisch notwendige Zahnerhaltungsmaßnahmen wie Füllungen oder Wurzelkanalbehandlungen an vorderen Zähnen und kleinen Backenzähnen übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung in der Regel im Rahmen der vertraglich vereinbarten Leistungen.
Bei bestimmten Zusatzleistungen, etwa hochwertigeren Füllungsmaterialien oder speziellen mikroskopgestützten Verfahren, kann ein Eigenanteil entstehen. Wir informieren Sie vorab transparent darüber, mit welchen Kosten Sie in Ihrem individuellen Fall rechnen können.
Vorbeugung ist der wirksamste Beitrag zum langfristigen Zahnerhalt. Weiterführende Empfehlungen zur Erhaltung gesunder Zähne bietet auch die Deutsche Gesellschaft für Zahnerhaltung (DGZ) unter https://www.dgz-online.de/patienten/patienteninformationen/gesunde-zaehne-erhalten.
Haben Sie einen geschädigten Zahn und möchten wissen, ob sich ein Erhalt lohnt? In unseren Praxen in Berlin und Potsdam untersuchen wir Ihren Zahn gründlich und besprechen mit Ihnen die für Sie passenden Behandlungsoptionen.