Ein anhaltend trockener Mund ist für viele Menschen ab 50 ein alltägliches, aber häufig unterschätztes Problem. Mundtrockenheit – medizinisch als Xerostomie bezeichnet – entsteht, wenn die Speicheldrüsen zu wenig Speichel produzieren, und kann die Lebensqualität sowie die Zahngesundheit erheblich beeinträchtigen. Erfahren Sie hier alles Wichtige über Mundtrockenheit!
Mundtrockenheit bezeichnet das Empfinden eines unzureichend befeuchteten Mundes, verursacht durch eine verminderte oder veränderte Speichelproduktion. Speichel ist dabei weit mehr als bloß Feuchtigkeit: Er schützt die Zähne vor Karies, fördert das Kauen und Schlucken, ermöglicht das Schmecken von Speisen und bekämpft Bakterien.
Studien zeigen, dass rund ein Drittel aller Menschen über 65 Jahre unter Mundtrockenheit leidet. Damit zählt Xerostomie zu den häufigsten, aber am öftesten übersehenen Beschwerden im Alter.
Die häufigste Ursache für Mundtrockenheit sind Medikamente: Mehr als 400 verschiedene Wirkstoffe können die Speichelproduktion hemmen – besonders betroffen sind ältere Menschen, die oft mehrere Präparate gleichzeitig einnehmen. Zu den gängigen Auslösern zählen:
Neben Medikamenten können auch Erkrankungen der Speicheldrüsen, Autoimmunerkrankungen wie das Sjögren-Syndrom, Diabetes mellitus, eine Strahlentherapie im Kopf-Hals-Bereich oder schlicht zu geringe Flüssigkeitsaufnahme zu Mundtrockenheit führen.
Mundtrockenheit zeigt sich oft schleichend und wird häufig als normale Alterserscheinung abgetan. Typische Beschwerden, auf die Sie achten sollten:
Mundtrockenheit erhöht das Kariesrisiko erheblich, da Speichel die Zähne schützt und remineralisiert. Wer länger unter trockenem Mund leidet, sollte unbedingt einen Zahnarzt aufsuchen – auch wenn noch keine akuten Schmerzen bestehen.
Die Behandlung von Mundtrockenheit richtet sich nach der Ursache und zielt darauf ab, die Speichelproduktion zu stimulieren oder künstlich zu ersetzen. Bewährte Maßnahmen im Überblick:
Ergänzend zur zahnärztlichen Behandlung können einfache Alltagsmaßnahmen die Beschwerden spürbar lindern. Die wichtigste Grundregel: Ausreichend trinken! Mindestens 1,5 bis 2 Liter Wasser täglich halten Körper und Mundschleimhäute feucht. Darüber hinaus helfen:
Die Kassenleistungen für die Behandlung von Mundtrockenheit sind begrenzt. Gesetzlich Versicherte (GKV) haben Anspruch auf regelmäßige Zahnarztkontrollen und Vorsorgemaßnahmen – bei erhöhtem Kariesrisiko durch Mundtrockenheit sind häufigere Kontrolltermine sinnvoll und können mit dem Zahnarzt besprochen werden.
Speichelersatzprodukte müssen Patienten in der Regel selbst finanzieren; die Kosten liegen je nach Präparat zwischen etwa 5 und 20 Euro. Eine Ausnahme gilt bei schwerer Xerostomie als Folge einer Strahlentherapie: Hier können GKV-Versicherte unter bestimmten Voraussetzungen Erstattung beantragen.
Privat Versicherte (PKV) haben häufig umfassendere Erstattungsmöglichkeiten, je nach gewähltem Tarif. Fragen Sie Ihren Zahnarzt gezielt nach den für Sie passenden Optionen.
Unbehandelte Mundtrockenheit ist eine ernst zu nehmende Gefahr für die Zahngesundheit. Speichel neutralisiert Säuren im Mund und enthält Mineralien, die den Zahnschmelz stärken. Fehlt er, steigen die Risiken deutlich:
Ohne Speichelpuffer können Säuren den Zahnschmelz rascher angreifen und Karies entsteht schneller
Trockene Schleimhäute sind anfälliger für bakterielle Infektionen
Das gestörte Mundmilieu begünstigt Pilzinfektionen, die schmerzhaft sein können
Prothesen sitzen ohne ausreichend Speichel schlechter und reiben schmerzhaft an der Schleimhaut
Leiden Sie unter anhaltendem trockenem Mund? In unseren Zahnarztpraxen in Berlin und Potsdam analysieren wir die Ursachen Ihrer Mundtrockenheit und erarbeiten gemeinsam mit Ihnen eine individuelle Behandlungsstrategie – für gesunde Zähne und mehr Lebensqualität.