Parodontitis ist eine chronische Entzündung des Zahnhalteapparats, die schleichend verläuft und im Anfangsstadium oft kaum bemerkt wird.
Die Ursachen reichen von bakteriellem Zahnbelag bis zu individuellen Risikofaktoren wie Rauchen oder Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), und je nach Ausprägung unterscheidet man mehrere Stadien der Erkrankung.
Erfahren Sie hier alles Wichtige über Parodontitis!
Parodontitis ist eine bakteriell bedingte Entzündung, die das Zahnfleisch, den Kieferknochen und die Fasern angreift, die den Zahn im Kiefer verankern (den sogenannten Zahnhalteapparat oder Parodont).
Unbehandelt kann sich aus einer einfachen Zahnfleischentzündung (Gingivitis) eine Parodontitis entwickeln, bei der sich das Gewebe zurückbildet und Zahnfleischtaschen entstehen. In diesen Taschen können sich Bakterien weiter ausbreiten und den Rückgang des Kieferknochens vorantreiben.
Anders als eine akute Entzündung verläuft Parodontitis meist über einen längeren Zeitraum. Genau das macht die Erkrankung tückisch: Wer nicht regelmäßig zur Kontrolle geht, bemerkt die Veränderungen oft erst, wenn sich das Zahnfleisch bereits sichtbar zurückgezogen hat.
Parodontitis entsteht durch Bakterien im Zahnbelag. Wird der Belag am Zahnfleischrand nicht regelmäßig entfernt, kann sich das Zahnfleisch entzünden (Gingivitis). Bleibt die Entzündung bestehen, kann sie auf den Zahnhalteapparat (Parodont) übergreifen – also auf Zahnfleisch, Wurzelhaut und Kieferknochen.
Rauchen verschlechtert die Durchblutung des Zahnfleischs und schwächt die Abwehr. Warnzeichen wie Zahnfleischbluten fallen dadurch oft schwächer aus – eine Entzündung bleibt leichter unbemerkt.
Ein dauerhaft erhöhter Blutzucker begünstigt Entzündungen im Körper. Diabetes und Parodontitis können sich gegenseitig beeinflussen – ein gut eingestellter Blutzucker ist daher auch für das Zahnfleisch wichtig.
Wie stark das Immunsystem auf Bakterien im Zahnbelag reagiert, ist teilweise erblich bedingt. Tritt Parodontitis in Ihrer Familie gehäuft auf, lohnt sich ein genauer Blick bei der Vorsorge.
Dauerhafte Belastung kann die Immunabwehr schwächen. Häufig kommt hinzu, dass die Mundhygiene in stressigen Phasen zu kurz kommt.
In der Schwangerschaft, der Pubertät oder den Wechseljahren reagiert das Zahnfleisch oft empfindlicher auf Beläge und neigt eher zu Entzündungen.
Harter Zahnstein, überstehende Füllungsränder oder eng stehende Zähne bieten Bakterien Rückzugsorte, die sich mit der Zahnbürste allein kaum erreichen lassen.
Die genannten Faktoren wirken häufig zusammen. Ob eine Parodontitis vorliegt und wie weit sie fortgeschritten ist, lässt sich nur im Rahmen einer zahnärztlichen Untersuchung feststellen.
Zahnärztinnen und Zahnärzte unterscheiden den Schweregrad einer Parodontitis anhand des Knochen- und Gewebeverlusts sowie der sogenannten Sondierungstiefe (Tiefe der Zahnfleischtasche).
Diese Einteilung hilft dabei, die passende Behandlung festzulegen und den Verlauf über die Zeit zu beobachten. Je früher ein fortschreitendes Stadium erkannt wird, desto gezielter lässt sich die Therapie darauf abstimmen.
Am Anfang jeder Behandlung steht bei uns eine gründliche Untersuchung, bei der wir die Sondierungstiefen messen und den Zustand des Zahnfleisches beurteilen.
Anschließend wird der bakterielle Zahnbelag oberhalb und unterhalb des Zahnfleischsaums entfernt (Kürettage). In fortgeschrittenen Fällen können ergänzende Maßnahmen wie eine lokale antibakterielle Behandlung sinnvoll sein. Regelmäßige Nachkontrollen helfen dabei, das Behandlungsergebnis zu erhalten.
Wie viele Sitzungen notwendig sind, hängt vom individuellen Befund ab. Wir besprechen mit Ihnen, welche Schritte in Ihrer Situation sinnvoll sind, und begleiten Sie über die gesamte Behandlungsdauer hinweg mit festen Kontrollterminen.
Parodontitis verläuft in frühen Stadien häufig ohne spürbare Schmerzen. Regelmäßige zahnärztliche Kontrollen sind deshalb wichtig, um die Erkrankung frühzeitig zu erkennen – auch wenn Sie selbst noch keine Beschwerden bemerken.
Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) übernimmt die Kosten für eine Parodontitis-Behandlung, wenn die medizinische Notwendigkeit im Rahmen der PAR-Richtlinie festgestellt wurde.
Privatpatientinnen und -patienten sowie Zusatzversicherte klären den Leistungsumfang am besten vorab mit ihrer Versicherung. Nach der Untersuchung erstellen wir für Sie einen individuellen Heil- und Kostenplan, sodass Sie vorab genau wissen, was auf Sie zukommt.
So behalten Sie von Anfang an den Überblick, welche Leistungen übernommen werden und welche Anteile Sie gegebenenfalls selbst tragen.
Bleibt eine Parodontitis unbehandelt, kann der fortschreitende Gewebeabbau langfristig zu Zahnlockerungen und im ungünstigen Fall zu Zahnverlust führen.
Verschiedene Studien deuten zudem auf einen möglichen Zusammenhang zwischen Parodontitis und weiteren Erkrankungen wie Diabetes mellitus oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen hin. Ein direkter ursächlicher Zusammenhang lässt sich daraus jedoch nicht in jedem Einzelfall ableiten. Weiterführende Patienteninformationen der Deutschen Gesellschaft für Parodontologie finden Sie unter https://dgparo.de/gesund-im-mund/parodontitis/.
Eine sorgfältige, tägliche Mundhygiene ist die Grundlage, um Zahnbelag gar nicht erst entstehen zu lassen. Da sich Beläge auch bei gründlicher Pflege nicht immer vollständig entfernen lassen, ergänzen professionelle Maßnahmen die häusliche Routine sinnvoll.
Bei Anzeichen einer Zahnfleischentzündung oder zur Vorsorge begleiten wir Sie in unseren Praxen in Berlin und Potsdam mit einer gründlichen Untersuchung und einem individuell abgestimmten Behandlungsplan.