Eine minimalinvasive Behandlung ist unser Ziel

Über die Möglichkeiten der modernen Zahnheilkunde, wann sie sich für welchen Zahnersatz entscheiden und über die Arbeitsweise in ihren Praxen sprechen Dr. Ali Mokabberi, Jenny Trendelbernd und Dr. Manfred Böhm von MEINDENTIST.

Dr. Manfred Michael Böhm, Fachzahnarzt für Oralchirurgie, Jenny Trendelbernd, Zahnärztin, Dr. Ali Mokabberi, Geschäftsführer von Meindentist und Zahnarzt (v.l.n.r.), Foto: Sophie Jendreyko
Dr. Manfred Michael Böhm, Fachzahnarzt für Oralchirurgie, Jenny Trendelbernd, Zahnärztin, Dr. Ali Mokabberi, Geschäftsführer von Meindentist und Zahnarzt (v.l.n.r.); Foto: Sophie Jendreyko

Nach welchen Kriterien empfehlen Sie ihren Patienten den Zahnersatz?
Ausschlaggebend ist zuallererst die Funktion, die der Zahnersatz erfüllen muss. Danach geht es um die Ästhetik und schließlich kommt der finanzielle Aspekt. Je höher der Anspruch – beispielsweise festsitzende, ästhetische Zähne – umso finanziell aufwendiger wird es in der Regel. Die Grundversorgung durch die Krankenkasse reicht für ein funktionelles Ergebnis. Wird aber mehr erwartet, muss der Patient einen Eigenanteil selbst finanzieren. Dafür bieten wir in unseren Praxen auch eine Ratenzahlung mit zwölf Monaten Zinsfreiheit an.

Wann empfehlen Sie eine Brücke, wann ein Implantat?
Interessenten können bei uns einen kostenlosen und unverbindlichen Beratungstermin nutzen. Wir empfehlen generell immer eine auf den Patienten zugeschnittene Therapie. Minimalinvasiv ist unser Ziel. Sind Nachbarzähne gesund und es wird sich somit für ein Implantat entschieden, ist genauere Diagnostik zum Beispiel mittels 3-D-Bilddarstellung meist eine notwendige Behandlung. Auch die allgemeinmedizinischen Faktoren können hier eine Rolle spielen, weshalb wir gegebenenfalls Rücksprachen mit dem Hausarzt halten. Nicht selten kommt auch einer unserer Techniker mit hinzu, um eine optimale Behandlung festzulegen. Da wir ein eigenes Labor haben, können wir oftmals dem Patienten auch preislich entgegenkommen. Die Haltbarkeit beider Systeme ist ähnlich.

Was sind die Vorteile von Implantaten?
Ein Implantat steht für sich und zieht keine gesunden Zähne in Mitleidenschaft. Treten Probleme auf, muss nur das Implantat behandelt werden. Älteren Patienten fehlen oft einige Zähne, andere wurden schon behandelt. Dann stellt sich für die Patienten die Frage: Was ist das Beste für mich? Möchte ich festsitzenden oder herausnehmbaren Zahnersatz? Dank der Implantologie ist es heutzutage möglich, auch mit wenigen eigenen Zähnen in Kombination mit Implantaten festsitzenden Zahnersatz zu bekommen. Aber auch hier gilt: Jeder Patient bekommt eine individuelle Beratung. Auch zahnlose Patienten jeden Alters haben heutzutage die Möglichkeit, einen festsitzenden Zahnersatz oder stabilere Prothesen zu bekommen.

Was gibt es beim Implantat zu beachten?
Implantate sind fest mit dem Knochen verwachsen. Auf sie wirken starke Belastungen. Wir erklären unseren Patienten immer sehr genau, wie sich physikalisch die Kraft verteilt. Der Aufwand für die Pflege der Implantate ist zudem erhöht. Neben der üblichen gründlichen Reinigung der Zähne muss man dann zusätzlich mit besonderen Bürstchen arbeiten. Wie lange halten denn in der Regel Implantate? Bei einer gesunden Lebensweise und richtiger Mundhygiene gehen wir von etwa 30 Jahren aus. Es kommt also auch darauf an, wie verantwortungsvoll der Patient mit seiner Gesundheit umgeht. Und wenn Vorerkrankungen wie Diabetes oder Osteoporose vorliegen? Bei jedem Patienten wird der gesundheitliche Zustand der Zähne sehr genau beachtet. Auch bei gleicher Krankheit kann die Behandlung der Patienten unterschiedlich sein. Wir kommunizieren mit dem Hausarzt des Patienten und klären mit ihm die Kontraindikationen. Früher versorgten wir wegen der hohen Wundheilungsstörung Diabetiker nicht mit Implantaten. Heute kommt es auf deren Langzeitblutzuckerwert an. Bei Osteoporose wird wiederum die Knochengesundheit beurteilt. Man muss auch beachten, ob jemand blutverdünnende Mittel einnimmt.

Und wenn der Kieferknochen nicht stark genug ist?
Auch das ist heutzutage in den meisten Fällen gar kein Problem mehr, denn es gibt unterschiedlichste Möglichkeiten, diesen Knochen im Kiefer aufzubauen.

Nach welchen Kriterien wählen Sie Implantatssysteme aus?
Auf dem freien Markt gibt es viele verschiedene Implantatsysteme für Zähne. Viele Hersteller haben sich aber spezialisiert. Wir empfehlen deshalb keine No-Name-Produkte, sondern bewährte, etablierte Implantatssysteme mit guter Studienlage zu nutzen. Das macht auch eventuelle spätere Reparaturen einfacher.

Muss jeder Zahn ersetzt werden?
Das ist ein interdisziplinäres Thema, denn jeder Zahnverlust kann Auswirkungen auf den gesamten Körper haben. Es kann beispielsweise zur Magenüberlastung und zu Kauproblemen kommen. Zähne können sich verschieben, Bisslagen ändern sich. Kaut man nur auf einer Seite, sind Fehlbelastungen möglich, denn Zahnverlust wirkt sich stark auf die Muskulatur aus. Arthrosen und Tinnitus können auftreten. Wenn der Knochen nichts zu tun hat, geht er zurück

Wie ist Ihre Meinung zu Schönheitskorrekturen?
Wir sind keine Fans von aggressivem Schleifen. Es gibt weniger invasive Möglichkeiten, Schleifen. Es gibt weniger invasive Möglichkeiten, um ein gutes Ziel zu erreichen, beispielsweise kleine ästhetische Veränderungen wie Kompositaufbauten (Kunststofffüllungen) oder Bleaching (Zahnaufhellung). Auch kieferorthopädische Korrekturen sind im Erwachsenenalter möglich.

Wie sieht es bei Weisheitszähnen aus?
Bei 80 Prozent der Bevölkerung haben Weisheitszähne nicht genug Platz im Kiefer. Sie führen oft zu Entzündungen und unangenehmen Druck und Schmerzen. Das günstigste Alter zum Entfernen ist zwischen 15 und 17 Jahre.

Quelle: Berliner Zeitung, 09.09.2016, Angelika Giorgis