Unsere Expertise im Klinikratgeber 2015

Implantat-Spezialist Dr. Manfred Böhm – Praxis für Oralchirurgie am Storkower Bogen

Erbliche Vorbelastung oder mangelnde Zahnpflege können dazu führen, dass schon junge Menschen Zähne verlieren. Fehlende Zähne, besonders im vorderen Bereich sind jedoch ein großes Problem: „In unserer Gesellschaft wird ein solches Erscheinungsbild nicht akzeptiert“, sagt der Fachzahnarzt und Implantat-Experte Dr. Manfred Böhm von der Praxis für Oralchirurgie im Storkower Bogen (Friedrichshain/Lichtenberg), in der er mit seinem Kollegen Dr. Tarek Karasholi praktiziert.

Zahnimplantate schaffen Abhilfe. Eine weitere Indikation für Implantate ist, wenn die komplette Zahnreihe oben oder unten fehlt. „Ist der Unterkiefer zahnlos, muss der Patient eine Totalprothese tragen, die kaum Halt verspricht“, sagt Böhm. Mithilfe von zwei Implantaten kann eine Prothese abgestützt werden. „Das ermöglicht es, wieder auszugehen und mit Leuten zu sprechen. Man muss dann keine Angst haben, dass man die Prothese verliert“, sagt Böhm.


Camlog Implantat bei meindentist
© CAMLOG GmbH



Künstliche Zahnwurzeln

Dentale Implantate sind künstliche Zahnwurzeln, die schon aufgrund ihres Aussehens gerne mit Dübeln verglichen werden. Implantate können in zahnlosen Kieferabschnitten direkt im Kieferknochen verankert werden.

Böhm betont, dass Implantate den Ersatz eines oder mehrerer Zähne ermöglichen. „Die Grundsatzidee ist, die Natur nachzuahmen“, sagt er. Das Implantat bildet das Fundament für einen künstlichen Zahn, der auf ihm aufmontiert wird. Deshalb bestehen Implantate meist aus drei Teilen: dem im Knochen verankerten Implantatkörper, dem Halsteil und der darauf befestigten Krone. Der Patient erhält quasi einen künstlichen Zahn mit einer festen Verankerung im Kiefer.

Der natürliche Zahn muss dementsprechend vorm Einsetzen eines Implantats komplett mit Wurzel entfernt werden. Im Gegensatz zum oben erwähnten Handwerks-Dübel haben Implantate weitere Bedingungen zu erfüllen: Sie müssen von lebendem Gewebe, dem Kieferknochen, aufgenommen werden, einwachsen und den Belastungen während des Kauens dauerhaft standhalten.

„Zahnimplantate bestehen aus Reintitan und haben eine spezielle Oberflächenbeschichtung, die es dem Knochen ermöglicht anzuwachsen“, erklärt Böhm. So wird das Implantat Teil des eigenen Körpers. Dabei soll der Organismus keine Abwehrreaktionen gegen diese künstlichen Zahnwurzeln auslösen, das heißt der Implantatwerkstoff ist biokompatibel. „Das ist eine Grundvoraussetzung“, sagt Böhm. Abstoßungsreaktionen wie in der Transplantationsmedizin gibt es hierbei nicht.

Vor der Entscheidung für ein Implantat steht eine gründliche Anamneseerhebung durch den Zahnarzt. „Spezielle Stoffwechselerkrankungen müssen zum Beispiel ausgeschlossen werden“, sagt Böhm. Außerdem gebe es „Grenzsituationen anatomischer Natur“, zum Beispiel weit fortgeschrittenen Knochenverlust.

Gegenindikationen, die eine Implantation verbieten oder unmöglich werden lassen, träten bei weniger als 0,5 Prozent der Patienten auf. „Für die allermeisten Menschen ist Implantation möglich, gegebenenfalls mit Knochen aufbauenden Maßnahmen“, sagt Böhm. Nach der Klärung dieser Fragen wird meist eine dreidimensionale Röntgenaufnahme vom Kiefer gemacht, ein sogenanntes dentales Volumen-Tomogramm. Mit seiner Hilfe kann der Arzt den Eingriff exakt planen.


meindentist implantat
© iStock



Die Operation

Normalerweise wird der Eingriff in örtlicher Betäubung vorgenommen. Der Patient kann ein Beruhigungsmittel bekommen, falls er große Angst vor der OP hat. Eine Vollnarkose ist selten notwendig. Böhm betont, dass es wesentlich ist, dass der Operateur über eine solide chirurgische Ausbildung sowie über möglichst viel Erfahrung und Routine verfügt. „Es handelt sich um einen filigranen, exakten Eingriff“, sagt er.


OP-Zeit: 15 bis 20 Minuten

Wer häufig operiere, operiere in der Regel auch routiniert und zügig. So braucht Böhm zum Einsetzen eines Implantats zwischen 15 und 20 Minuten. Bei der OP setzt der Zahnarzt zunächst einen Schleimhautschnitt. Dann wird für jedes Implantat eine Bohrung im Kieferknochen vorgenommen und anschließend der Implantatkörper in dieser Bohrung versenkt. Wichtig ist, dass das Implantat stabil im Knochen sitzt. Auf den Implantatkörper wird eine Schraube angebracht, dann näht der Arzt die Schleimhautdecke zu. „Der Eingriff ist minimalinvasiv, wenig schmerzhaft und wenig belastend“, sagt Böhm.


Nachsorge

Nach der OP empfiehlt Böhm, prophylaktisch ein Antibiotikum zu nehmen, um die Entstehung von Wundinfektionen zu verhindern. „Durch solche Entzündungen kann ein Verlust des Implantats provoziert werden“, sagt er. Allgemein verursachen Implantate wenig postoperative Beschwerden. Bei Schmerzen hilft Ibuprofen. Die Einheilzeit beträgt rund drei Monate. Danach ist das Implantat mit dem Knochen verwachsen, und die Krone kann aufgesetzt werden.

Nach momentaner Studienlage hält ein Implantat etwa 30 Jahre oder mehr. „Implantate sind definitiver Zahnersatz, auf langen Verbleib angelegt.“ Die Preise für Implantate sind verschieden. In der Praxis für Oralchirurgie im Storkower Bogen werden 900 Euro berechnet – egal, ob Kassenpatient oder Privatpatient. Böhms Preis dürfte unter dem manch anderer Zahnärzte liegen. „Da die Zahnwurzelimplantation einen Routineeingriff darstellt, können wir mehr Implantate am Tag setzen und somit preislich günstig sein“, sagt er.

Ein Vergleich zwischen mehreren Zahnarztpraxen lohnt sich in jedem Fall, weil die gesetzlichen Krankenkassen Implantate nicht bezahlen. Bei Zahnzusatzversicherungen sollte sich der Patient ebenfalls erkundigen, weil die Zuzahlungen der Kassen unterschiedlich ausfallen.


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